1. Startseite
  2. > Übersicht
  3. > 24.4.2009

 

Gemeinsam aus der Krise lernen

Wir haben in der gegenwärtigen Krise die Verantwortung, weder zu dramatisieren oder gar Ängste zu schüren, noch die Realität auszublenden. Zur Realität gehört, dass immer mehr Menschen seit längerem über zunehmende Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft verärgert sind. Diese Menschen dürfen sich nicht als Verlierer fühlen, als diejenigen, die bezahlen, was andere angerichtet haben.

Zunächst muss in einer Wirtschaftskrise gehandelt werden: Es bedarf einer Vielzahl politischer Entscheidungen, die zeitnah gefällt und in Regelungen überführt werden. Das ist in Deutschland geschehen, die beiden Konjunkturpakete der Bundesregierung gehen in die richtige Richtung. Ich bin sicher, wir haben die Kraft, diese Herausforderung zu bewältigen. Der Sozialstaat wirkt nachhaltig, und die Reformen auf dem Arbeitsmarkt haben dafür gesorgt, dass Deutschland vergleichsweise gut dasteht.

Aber wir müssen auch gemeinsam aus der Krise lernen, damit sie nicht eskaliert. Dazu ist wichtig herauszufinden, wie es zu dieser Krise kommen konnte.  Damit meine ich keine einseitigen Schuldzuweisungen, sondern eine umfassende Betrachtung, zwar gemeinsam mit allen Akteuren. Zur Bewältigung der Krise brauchen wir einen starken Zusammenhalt und die Bereitschaft von allen, Verantwortung für ihr Handeln und die Zukunft unserer Gesellschaft zu übernehmen.

 

Kommentare (5)

Kommentar verfassen
 

Re: 24.4.2009

von Benedikt Gresser am 24.04.2009 um 17:52 Uhr

Dir kommenden Zeiten werden zu einer Herausforderung der menschlichen Qualitäten werden, die die aufgeblähten Wohlstandsillusionen immer mehr überflüssig haben erscheinen lassen.
Wir werden die wunderbaren und einzigartigen Eigenschaften unserer Person nicht in Siegen über andere verwirklichen können. Wir werden sie dort zur Geltung bringen, wo wir Gutes tun. Liebe heist lieben - geliebt werden ist ein mögliches Ergebnis. Die wunderbare Welt der Liebe öffnen wir mit unseren Geschenken.
Wenn wir uns einigen, können wir gemeinsam erreichen. Wenn wir Recht behalten wollen, bleiben wir einsam.

Re: 24.4.2009

von Jutta Hofmann am 24.04.2009 um 21:55 Uhr

Gesine Schwan ist die Stimme des Volkes.
Sie hat im Gegensatz zur Frau Kanzlerin noch Realitätsbewußtsein. Sie hat mein vollstes Vertrauen und ist eine würdige Kandidatin für das hächste Amt.
In der DDR waren verschiedene Meinungen zur Regierungspolitik verpönt.
Frau Merkel läßt die DDR grüßen.

Re: 24.4.2009

von Thomas Trautzsch am 27.04.2009 um 15:22 Uhr

Wenn man mit Appellen für gemeinsame Anstrengungen zur Krisenaufarbeitung erreichen will, dass sich die potentiell explosive Lage in Deutschland und Europa nicht in einen Jakobiner-Terror verwandelt, dann ist dass durchaus gut gemeint, aber man muss dann mit konkreten kurzfristigen und langfristigen Lösungen aufwarten können. All jenen, die es noch nicht realisiert haben, sei gesagt, dass die Situation dramatisch ist, und das sollte auch gesagt werden.
Wo sind ihre konkreten Vorschläge, Frau Schwan?
Hier sind meine:
1.) Pecora Kommission in Deutschland und Europa
2.) Einstellung aller monetären Konjunkturpakete, Bad Bank-, oder Verstaatlichungsbestrebungen
3.) Insolvenz- und Reorganisationsverfahren für alle Finanzinstitute
4.) Staatliche Kreditschöpfung für den Erhalt und den Wiederaufbau der Realwirtschaft.
5.) Aufhebung des Investmentmodernisierungsgesetzes von 2004 und Reaktivierung des Stabilitätsgesetzes von 1967.
6.) Eine Internationale Bretton Woods 2 Diskussion

Re: 24.4.2009

von Michael Kostic am 28.04.2009 um 22:33 Uhr

Geehrte Frau Schwan,

Ihr letzter Satz ist so schmerzhaft korrekt wie es nur die absolute Wahrheit sein kann.

Die Fragen die ich mir daher stelle sind: "Wollen Sie tatsächlich verstehen, wie es soweit kommen konnte?" und "Was werden Sie persönlich aus dieser Erkenntnis machen?"

Viel Erfolg derweil...

Untitled

von Jörg Schlüter am 01.05.2009 um 18:46 Uhr

Eigentlich ist es ja Sinn einer Kandidatur für dieses Amt, vor der Wahl Einblicke zu bekommen, ob und wie die Bewerber Stimmungen im Volk zu berücksichtigen bereit sind. Sich der eigenen Meinung zu enthalten, um hinter verschlossenen Türen abzustimmen -> was wer wann sagen darf: das ist irgendwie so unheimlich vertraut geworden in den letzten Jahren.

Dabei weiß jeder, wie begründet Besorgnis um die Sicherheit im Land ist. Vor bald jedem Supermarkt Arme mit Bierflasche, Streetgangs und soviel Jugendliche chancenvernachlässigt ohne Zukunft, irgendwann auf Alkohol und Drogen. Eine bereits alltägliche Gewalt. Und es gibt versteckte Formen wie das verbreitete Mobbing im Berufsleben, Pöbeln und rücksichtsloses Verhalten im Allgemeinen. Volksvertreter(innen) sind verpflichtet, nötigenfalls auch Tabus zu brechen, um Schaden abzuwenden vom Land.

Viele Menschen sehnen sich nach einer Bundespräsidentin, die wie einst Richard von Weizsäcker wohltuend ausgleichen würde, was andere zum Vorteil ihres persönlichen Vorankommens verschweigen. Wir sollten dankbar für kritische Wortmeldungen sein, und nicht zu schnell jenen Glauben schenken, die öffentliche Empörung über Äußerungen herbeireden. Es wäre unverantwortlich und geradezu gefährlich, wenn es nurmehr radikalen Populisten überlassen bliebe, auf Gefühle der Menschen und besorgniserregende Realitäten in diesem Land einzugehen.

Kommentar verfassen

Sie können die Grafik nicht erkennen? Anderer Test.