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Das Auseinanderdriften von Politik und Gesellschaft

Noch 15 Wochen sind es bis zum 23. Mai, dem Tag, an dem der nächste deutsche Bundespräsident - oder die erste Bundespräsidentin - gewählt wird. Bis dahin möchte ich Ihnen in regelmäßigen Abständen über Fragen schreiben, die mir besonders wichtig sind.

Zum zentralen Thema meiner Kandidatur habe ich das Auseinanderdriften von Politik und Gesellschaft gemacht - mit gutem Grund: Wir müssen damit rechnen, dass die gegenwärtige ökonomische Krise die vorhandenen Erosionstendenzen noch verschärft, dass die wirtschaftliche Krise bald auch in eine politische umschlägt. Dafür müssen wir uns rüsten und unsere Demokratie gegen Anfeindungen und Verwerfungen wappnen.

Klar ist, dass wir gemeinsam durch die Krise gehen müssen, dass es bei ihrer Bewältigung auf jeden von uns ankommt. Ich möchte gesellschaftliche Diskussionen über verschiedene Aspekte der Frage anstoßen, wie wir in Zukunft zusammen leben wollen.

Denn so verständlich der Wunsch nach geringerer Komplexität und schnellen Lösungen ist: Für demokratische Politik ist er stets eine schwierige Herausforderung, da der politische Prozess per se schwierig, kompromissgeprägt und zuweilen auch einfach unbefriedigend ist. Es ist dieser Widerspruch, mit dem wir einen Umgang entwickeln müssen.

Ich habe bereits eine Reihe von Bereichen angesprochen - etwa Bildung, Gerechtigkeit, Identität und Integration - und die entsprechenden Texte auf meiner Website veröffentlicht. In den vergangenen Monaten bin ich viel durchs Land gereist und habe mit den Menschen darüber gesprochen. Mir ist deutlich geworden, dass viele meine Sicht auf die Probleme teilen. Das habe ich als großen Zuspruch empfunden. Denn auch das ist mir bewusst: Das Gelingen demokratischer Politik liegt in unser aller Möglichkeit und Verantwortung.

Dafür möchte ich werben - auch mit meiner Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin. Und werbe wiederum um Ihre Unterstützung hierfür.

 

Kommentare (3)

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Re: Bürgergesellschaft

von hans-dieter am 26.02.2009 um 18:26 Uhr

die bürger haben das vertrauen in die politiker verloren. wer einmal lügt dem glaubt man nicht wieder.... und einzelne krasse fälle werden auf alle übertragen. der schaden ist groß und läßt sich nicht mehr so schnell beheben wie er angerichtet wurde.
seit den schwarzen kassen von helmut kohl und co, die ungeschoren davongekommen sind...........
es gibt keine soziale gerechtigkeit......gerade jetzt in der gemachten wirtschaftskrise werden den bürgern milliarden abverlangt um sie den schuldigen der krise zu geben.

Re: Bürgergesellschaft

von Gislinde Bechtel am 27.02.2009 um 17:40 Uhr

Sehr geehrte Frau Schwan,
weiter in diesem Sinne.
mfg
Gislinde Bechtel

Re: Bürgergesellschaft

von Markus am 18.04.2009 um 21:48 Uhr

Gerade in der Krise der heimischen und der Globalökonomie müßten Politik und Bürger in einer demokratischen Gesellschaft begreifen, wie sehr sie aufeinander angewiesen sind, um angemessene und wirksame Problemlösungen finden zu können.

Leider ist das hierzulande aber nur unzureichend der Fall. Das Vertrauen der Menschen in die Parteipolitik ist auf einem historischen Tiefpunkt angelangt und die Politik sieht sich durch die hohe Erwartungshaltung weitgehend unpolitischer Konsumbürger überfordert und mißverstanden.

Vielleicht könnte ein integrativ wirkendes Staatsoberhaupt, das weniger ökonomische Effizienz und Wettbewerbsdenken predigt, sondern mehr den Primat der Politik hervorhebt, der Demokratie in Deutschland wichtige Anstöße geben.

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