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Bildung: Ware oder öffentliches Gut?

Buchcover "Bildung"

Das Bildungssystem in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten eine verhängnisvolle Entwicklung erlebt. Steigende Arbeitslosigkeit einhergehend mit einer chronischen Unterfinanzierung aller öffentlichen Aufgaben hat seit der bildungspolitischen Wende in den 1990er Jahren verstärkt zu einer Unterordnung der Bildung unter die Wirtschaft geführt. Das Humboldtsche Bildungsideal ist einer ausgeprägten Wettbewerbsphilosophie gewichen.

Gesine Schwan beschreibt in ihrem Buch Wege und Irrwege der Bildungsreformen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. An den Beispielen des Bologna-Prozesses und der Exzellenzinitiative macht sie deutlich, dass die allgemeine Tendenz zur Privatisierung und Ökonomisierung des Bildungssektors auf lange Sicht nicht zur erhofften Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland, sondern im Gegenteil zu immer schlechteren Bildungsergebnissen führen wird. In der Tradition großer Bildungstheoretiker wie Wilhelm von Humboldt verweist sie in ihrem Buch auf den systematischen Zusammenhang von Bildungs- und Gesellschaftsideal und zeigt die teilweise fatalen Auswirkungen der Bildungspolitik auf die akademische und demokratische Kultur unserer Gesellschaft.

Gesine Schwan fordert einen radikalen Perspektivenwechsel in der Bildungspolitik, der von Defiziten zu Potenzialen, von Mängeln zu Stärken, von selektiver Exklusion zu partizipativer Inklusion übergehen muss und sich nicht auf Eliten und Konkurrenz fixiert. Nur so kann zukünftig Teilhabe durch Bildung gesichert werden.

 

Das Buch

Gesine Schwan: Ware oder öffentliches Gut?, vorwärts buch Verlag, Dezember 2010.

Das Buch ist das erste mehrerer Werke verschiedener Autoren zum Thema Bildung im vorwärts|buch Verlag. Der nächste Titel ist für 2011 vorgesehen.